Univ.-Prof. Dr. Eva-Maria Jakobs

Arbeitsschwerpunkte

Die Forschung ist breit angelegt. Sie konzentriert sich auf berufliche Kommunikation und Medien in Technik, Unternehmen, Verwaltung und Wissenschaft. Schwerpunkte sind Textlinguistik, writing at work, Textproduktion, Technikkommunikation, Textverständlichkeit/Usability, Unternehmenskommunikation und Elektronische Medien und kommunikative Usability, Alter und Technik sowie Nachwuchsförderung in den Ingenieurwissenschaften.

Zu den Aufgaben der Professur für Textlinguistik und Technikkommunikation gehört die Koordination des interdisziplinären Studiengangs Technik-Kommunikation (als fakultätenübergreifende Aufgabe) sowie des interdisziplinären Faches Kommunikationswissenschaft.

Textlinguistik

Die neuere Textlinguistik befasst sich mit den Merkmalen von Texten und den Prozessen ihrer Erzeugung und Verarbeitung. Der Aachener Schwerpunkt richtet sich auf die Analyse und Bewertung von Textsorten, die elektronisch erzeugt werden (z.B. Hypertextsorten) und/oder Teil der Experten-Laien- bzw. Experten-Experten-Kommunikation sind (z.B. in Technik, Verwaltung, Dienstleistung, Unternehmen, Medizin).

Writing at work

Die Forschung in diesem Bereich richtet sich auf Prozesse, Methoden und Verfahren schriftlicher Kommunikation am Arbeitsplatz. Von Interesse sind die Bedingungen, unter denen Textproduzieren stattfindet (Institution, Arbeitsaufgabe, Bedingungen am Arbeitsplatz, gewähltes Medium etc.), ihr Einfluss auf den Produktionsprozess selbst sowie Strategien der Beteiligten abhängig vom Darstellungsmedium (z.B. Printtext vs. Hypertext).

Externe Aktivitäten: Tagungen der Arbeitsgruppe PROWITEC; Buchreihe "Textproduktion und Medium" (Peter Lang Verlag), Buchreihe "Schreiben - Beruf - Medien (Fachverlag für Sozialwissenschaften); Weiterbildung (Trainings) und Coaching

Textproduktion

Der Forschungsschwerpunkt richtet sich auf Prozesse, Methoden und Verfahren schriftlicher Kommunikation in verschiedenen Domänen (Technik, Verwaltung, Wissenschaft u.a.). Von Interesse sind die Bedingungen, unter denen Textproduzieren stattfindet (Institution, Arbeitsaufgabe, Rahmenbedingungen wie Zeit und Medium) und ihr Einfluss auf Prozess und Produkt. Die Analyse von Strategien adressaten- und mediengerechten Formulierens stehen dabei ebenso im Vordergrund wie die schreibdidaktische Vermittlung dieser Strategien in der Lehre.

Technikkommunikation

Gegenstand von Forschung und Lehre sind Formen und Strategien der aufgaben-, nutzer- und mediengerechten Vermittlung komplexer technischer Sachverhalte für verschiedene Zielgruppen und Zwecke (Technische Dokumentation, Messe- und Schulungsunterlagen, Public Relations, Fachjournalismus). Die Forschung richtet sich außerdem auf Fragen der „Kommunikation über Technik“, d.h. auf Wahrnehmungen, Einstellungen und die Nutzung von Technologien in unterschiedlichen Gesellschaftsgruppen.

Textverständlichkeit/Usability

Untersuchungen zur Textverständlichkeit sind den Bereichen „Elektronische Medien“ und „Technikkommunikation“ zugeordnet. In Labortests werden (elektronische) Texte (Websites, Online-Hilfen, Bedienungsanweisungen, etc.) mit Hilfe verschiedener Methoden auf Eigenschaften wie Verständlichkeit und Nutzerfreundlichkeit geprüft.

Unternehmenskommunikation

Das Interesse gilt hier textbasierten Formen der unternehmensinternen Kommunikation wie auch der unternehmensexternen Kommunikation. Wie verlaufen interne Kommunikations- und Interaktionsprozesse per E-Mail und Internet, und wie können sie optimiert werden? Wie müssen Mitarbeiterzeitung, Webseite und Messematerialien beschaffen sein, um eine Corporate Identity nach außen und innen zu erzeugen? Welche Anforderungen stellen neue Arbeitsformen wie das virtuelle Unternehmen an die kommunikativen und kooperativen Fähigkeiten der Mitarbeiter und wie können diese trainiert werden?

Elektronische Medien

Untersucht werden Formen der computergestützten Kommunikation wie E-Mail, Hypertext und Internet. Im Vordergrund stehen zum einen Charakteristika des Produkts, zum anderen die Prozesse ihrer Erzeugung und Verarbeitung. Empirisch gestützte Forschungsarbeiten richten sich auf Aussagen zu Ansprüchen und Verhaltensweisen der Nutzer in ausgewählten Aufgaben- und Anwendungskontexten (Unternehmen, Organisationen, Technische Dokumentation).

Kommunikative Usability

Im Forschungsschwerpunkt "Kommunikative Usability" wird die Analyse, Bewertung und Optimierung elektronischer Kommunikate und Interfaces (z.B. Website, Portal, User Interface technischer Geräte, elektronische Arbeitsumgebung) fokussiert. Von Interesse ist insbesondere die Frage, wie sprachliche und semiotische Mittel - bezogen auf Inhalte, Nutzerhilfen und die Bedienoberfläche - zu einer transparenten, störungsfreien und freudvollen Mensch-Technik-Interaktion beitragen können. Im eigenen Labor werden empirische Methoden für die Evaluation kommunikativer Usability entwickelt und erprobt.

Alter und Technik

Gegenstand der Forschung sind Technikkonzepte, -nutzung und -bewertung älterer Menschen sowie die nutzergerechte, d.h. den Anforderungen und Bedürfnissen älterer Menschen entsprechende Gestaltung von Technik. Von Interesse sind insbesondere die sprachlich-kommunikativen Anteile der Mensch-Technik-Interaktion (z.B. Bedienoberflächen, Gebrauchsanweisungen, Dialoggestaltung interaktiver Systeme für ältere Menschen). Teil des Schwerpunkts ist die Entwicklung empirischer (inderdisziplinärer) Methoden (Nutzertest u.a.), sowie von Gestaltungs- und Optimierungsansätzen.

Nachwuchsförderung in den Ingenieurwissenschaften

Gegenstand der Forschung ist die Identifizierung der Faktoren, die Haltungen von Personen (Kinder, Jugendliche, Ältere) zu Technik maßgeblich beeinflussen. Unsere Expertise betrifft die Erhebung sprachlicher Daten: Das Sprechen über Technik erlaubt Rückschlüsse auf Einstellung zu und die Beurteilung von Technik.